Bewährungsprobe für Mensch und Hund: Wir werden stubenrein

Rüstzeug für kleine und große Malheure
Rüstzeug für kleine und große Malheure

Ganz ehrlich – das mit der Stubenreinheit habe ich unterschätzt. Das Gefühl, keine Kontrolle darüber zu haben, welche Bedürfnisse der Hund gerade hat und wohin er als nächstes in der Wohnung oder in der Agentur oder gar bei Fremden pischern könnte… das kann einen gut stressen, selbst bei aller Freude über den Neuankömmling.

Eigentlich war Finn ja schon stubenrein, bevor er zu uns kam. Allerdings auf einem 12.000 qm großen Grundstück mit geräumigem Haus und verschiedenen Terrassen in der spanischen Pampa. In der Sternstraße mit Autos, Fahrrändern, Kinderwägen, Menschen, anderen Hunden und fallenden BLÄTTERN – jedes einzelne wurde genauestens verfolgt – war die hygienische Wohlerzogenheit kurzzeitig wieder vergessen. Ich hatte gedacht: Wenn er muss, muss er. Aber nö. Er muss kein bisschen mehr, wenn es draußen – nach seinen Verhältnissen – hoch her geht. Weder große noch kleine Geschäfte. Wenn man dann aber wieder drinnen in der warmen Wohnung ist, dann fällt einem die Blase wieder ein. Und zwar nicht mal eine Minute nach der Rückkehr… argh!!

Was tun? Was von Anfang an ausschied: schimpfen. Er versteht es ja nicht. Auch nicht, wenn man ihm die Nase in die Lache drückt. Alte Methoden, die heute nicht mehr angewandt werden.

Was überhaupt nicht half: Eine Pinkelstelle an der Straße aussuchen und immer wieder hingehen. Wir standen und standen bis zu 45 Minuten lang. Nichts passierte. Stattdessen fielen Blätter, fuhren Autos, kamen Leute vorbei… aber niemand pinkelte. Von größeren Geschäften ganz zu schweigen. Auch vergeblich: Bepieseltes Papier (vom Aufwischen) als Animation an die Pinkelstelle klemmen. Wird neugierig berochen, aber sonst nix.

Was half: Totale Ruhe. Eigentlich sollte unser Innenhof mit Garten für Hunde-Geschäfte tabu sein, weil wir es uns mit den Nachbarn nicht verderben wollen. Aber es half ja nix – irgendwann verdarben uns die Seen in der Wohnung die Laune. Also probierten wir es nach 4 Tagen doch mal im Garten. Und keine 2 Minuten später passierte es – es floss. Was haben wir gefeiert…

Wichtig:

  • Jedes Mal nach erfolgreichen Geschäften mit Leckerli belohnen und loben, als gäbe es kein morgen.
  • Alle zwei Stunden vorausschauend vor die Tür gehen – nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach dem Spielen.
  • Wenn es doch mal drinnen passiert: Hund auf den Arm und raus gehen. Wenn er selbst läuft, ist er zu abgelenkt und vergisst wieder alle Umstände. Und dadurch rennt er nicht durch den See hindurch und verteilt alles.

Finn ist jetzt mit etwa 15 Wochen also soweit, dass es oft draußen klappt. Zwar noch nicht während des Gassi Gehens, aber immerhin im Garten und an einer etwas abgelegenen Rasenstelle gegenüber der Agentur. Ausrutscher sind jedoch normal. Heute hat er zum Beispiel zwei mal den Teppich im Büro bemustert… ähem. Na ja. Nicht nur Finn, auch ich bekomme langsam ein dickes Fell…

Wie war das bei Euch? Freue mich über Kommentare und Erfahrungsaustausch! Ich weiß ja nicht, was auf dem Weg zur absoluten Stubenreinheit noch kommt…

2 Gedanken zu “Bewährungsprobe für Mensch und Hund: Wir werden stubenrein

  1. Beim meinem hatte das raustragen gut geholfen, denn das konnte er gar nicht leiden. Vor allem wenn er noch nicht fertig war und dann unterbrechen und draußen weiter machen musste. Damit war das Ganze dann recht schnell vorbei und er zog es vor gleich draußen zu gehen… :) In Verbindung damit war noch ein strenges und dominantes Nein glaube ich recht unterstützend.

    • Hej Silvio, vielen Dank für Deinen Kommentar. Schön, dass es bei euch so gut geklappt hat. Wir sind es in der Zwischenzeit so angegangen, dass wir für ein paar Tage zu meinen Eltern auf’s Land gefahren sind und dort die Vorzüge von Fliesen im Haus, eines eigenen großen Gartens und dem leichten Zugang zu diesem genießen konnten. Dadurch wurde ihm schnell klar gemacht, dass er draussen seine Geschäfte zu verrichten hat, was nun auch in Hamburg zu 95% klappt. Wir sind aber guten Mutes, dass Finn seine Geschäfte in Zukunft immer draußen erledigen wird, auch wenn dazu mindestens ein Gang um den Block nötig sein wird.

      Derzeit -es ist ja noch Welpen-Urin, der längst nicht so aggressiv ist- macht er zumindest die kleinen Geschäfte noch im Hof, wo das Urin vom Regen schnell weg gewaschen wird. Bis zum Frühling ist er aus der Welpenphase ja raus und wir werden vermutlich einen ganz anderen Fokus in der Erziehung haben. ;)

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