Silvester mit Hund in Hamburg

Finn ging Silvester eher auf Tauchstation
Finn ging Silvester eher auf Tauchstation

Ich mag die Schanze und ich mag es, wenn Menschen sich und besondere Anlässe feiern. Aber beides zusammen ist scheinbar – leider – keine gute Kombination. Silvester beweist es. Und wenn dann auch noch Faktor Hund hinzu kommt, wird die Neujahrsfeierei eine kleine Herausforderung.

Vor allem, weil Silvester gefühlt jedes Jahr länger wird – in meiner Erinnerung begann die Knallerei als ich Kind war erst am frühen Abend des 31.. Nun geht es schon am Vorabend los und hört irgendwann am 2. Januar auf (für’s Protokoll: Es ist jetzt 23:50 Uhr und es hat soeben wieder geknallt). 3 Tage Silvester. Yay.

Goldene Silvester-Hunde-Regel: Nach dem Knall niemals trösten. Das gibt dem Knall mehr Bedeutung, als ihm zusteht, und macht es im Zweifel schlimmer. Wir haben also 72 Stunden dauer-ignoriert und besonders laute Knallerei höchstens mit einem Leckerli gefeiert. Feines Knallen, jaaa, ganz feines Knallen…

Ich habe schon früher nicht verstanden, was an diesen zischenden, stinkenden, trommelfellzermürbenden Dingern dran sein soll. Die Optik kann’s nicht sein, denn gerade bei den lautstarken Kandidaten ist ja meist am Himmel nicht so viel dahinter. Was mich aber wirklich rasend macht, sind Kinder, die am Nachmittag des Silvester-Tages Böller aus der 3. Etage werfen, wenn Leute die Straße entlang gehen. Hallooooo??? Was haben die für Eltern?? Und was wird aus denen, wenn sie erwachsen sind??

Aber unser Hund hat die Schanzen-Mentalität nach sechs Wochen in der Sternstraße schon ganz gut intus. Er weiß, was Protest ist. Irgendwann gegen 17 Uhr des 31. Dezember 2012 ging Finn in den Pinkel-Streik – von größeren Geschäften ganz zu schweigen. Erst im darauf folgenden Jahr (gut, 13 Stunden später) setzte sich die Blase durch und der Demonstrant ergab sich.

Das einzig Praktische am Silvester-Geböllere: Wir wissen nun, dass unser Hund wirklich stubenrein ist. Denn obwohl er den Fußboden des ruhigen Raumes, in den wir uns zu Silvester zurück gezogen haben, vor Wochen bereits mit einem See eingeweiht hatte, wurde dieses Mal kein Tröpfchen vergossen. Niemand hätte es ihm übel genommen. Aber Finn ist standhaft. Obwohl es dort wirklich sehr ruhig war (wir haben uns ja durchaus Gedanken darüber gemacht, wie wir ihn vor dem Trubel schützen können), lag eben Silvester in der Luft – Hunde spüren, dass etwas anders ist. Dafür hat er sich aber wirklich super gemacht. Nur eben kein Pipi.

48 Stunden nach Neujahr sieht es in der Schanze übrigens immer noch so aus, als hätte der Mob getobt (na ja… war wohl auch so). In kleineren Straßen liegen nach wie vor ganze Batterien von vermatschten Knallkörpern. An Gassi Gehen ist hier mit einem Welpen, der alles ins Maul nimmt, was ihm vor den Pfoten liegt, kaum zu denken. Es müsste auf die Dinger eine Feuerwerkskörper-Müll-Steuer geben, damit die Müllabfuhr am Neujahrstag mit mehr Mann anrücken und das Übel schneller beseitigen kann. Gegen die Massen kommt ja sonst keiner an.

Und falls nun jemandem auf der Zunge liegt: Was bleibt ihr auch in der Schanze… Selbst im feinen Blankenese liegt der Strand heute noch voller Feuerwerkskörper, und auch im Jenischpark hat es Neujahr tagsüber immer wieder geknallt… Silvester ist halt überall. 3 Tage lang.

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