Finn, der Bürohund

Sieh an: Finn macht nicht nur mich glücklich, sondern ist auch für meine Kollegen gesund – das sag nicht (nur) ich, sondern Leute, die sich damit auskennen.

Finn während seiner ersten Tage als Bürohund
Finn während seiner ersten Tage als Bürohund

“Dem Bürohund sind viele erwiesene und durch Studien belegte Wirkungen zuzuschreiben. Er senkt den Blutdruck des Mitarbeiters, Hundebesitzer sind seltener krank und haben ein robusteres Immunsystem. Bei Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz kommt es seltener zur Eskalation von Konflikten, weiters sind die Tiere eine ausgezeichnete präventive und therapeutische Maßnahme zum Stressabbau und zur Freude für alle sorgen Bürohunde für positive Kommunikation und bringen uns zum Lachen”, erklärt Michael Weihs, Initiator von „Unternehmen Hund“ in Österreich. Diese Initiative veranstaltet einmal im Jahr in Österreich einen Aktionstag, an dem Firmen und potenzielle Bürohunde sich beschnüffeln können (mehr Infos unter: http://www.karriere.at/blog/hunde-im-buro.html).

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Bürohund Finn mit rund sechs Monaten

Die Beschnüffel-Phase haben Finn und mein Arbeitgeber Good Relations MMK bereits hinter sich. Die ersten Tage saß ich ziemlich auf Kohlen – in steter Erwartung eines Bell-Anfalls meines frisch gebackenen Bürohundes oder einer Beiß-Attacke auf unsere Computer-Kabel. Aber die befürchteten Szenarien blieben aus. Neben dem gutmütigen Charakter unseres Fellmanns lag das an folgenden Faktoren:

  • Unsere Wunder-Waffe, die Hundetransportbox, hat auch hier ihre Dienste mehr als erfüllt. Finn hat mit ihr einen klar abgegrenzten Rückzugsort, in dem er Ruhe und Entspannung findet. Bei den ersten zwei, drei Malen, die er –  zu dem Zeitpunkt noch unfreiwillig – in der Hundetransportbox verbracht hat, gab es zwar durchaus jeweils fünf Minuten der Beschwerde. Aber da muss man durch – die anschließende Ruhe für alle Beteiligten entlohnt für jeden Mauler!
  • In den ersten Wochen bin ich alle zwei Stunden mit ihm kurz vor die Tür gegangen – und trotzdem hat es die ein oder andere kleine Pfütze auf dem Agentur-Teppich gegeben. Ähem.
  • Wie zu Hause musste Finn auch im Büro lernen: Er ist das letzte Glied in der Kette. Das bedeutet: Auch wenn es schwer fällt, gibt es keine Begrüßungsstürme der Kollegen am Morgen. Stattdessen wird ignoriert, was das Zeug hält. Gekrault und gekuschelt wird erst später auf Initiative der anderen, nicht auf Initiative des Hundes.
  • Mittagspausen verbringe ich nicht mehr schnackend mit den Mädels beim Italiener oder am Mittagstisch im Büro – sondern im Park. Wenn er tagsüber ruhig und möglichst unsicht- und unhörbar unterm Tisch liegen soll, muss Finn seine Energie ja irgendwo los werden. Das kann er am besten im Lohmühlenpark mit seinem neuen Freund Ray, seines Zeichens Whippet, Rauf-Kumpel und der wohl schnellste Hund, den ich kenne.
  • Zur Beschäftigung bekommt er über den Tag verteilt hin und wieder sein Kauseil oder einen Kauknochen – und die ein oder andere Streicheleinheit von Kollegen. Und natürlich von mir ;)
  • Er muss schnell lernen, auch mal unabhängig von Herrchen oder Frauchen im Raum bleiben zu können. Finn macht das von Anfang an relativ problemlos, was aber wohl weniger unser Erziehungserfolg als der seiner Findel-Eltern ist. Eine frühzeitige Gewöhnung und ausgiebige Belohnung bei der Rückkehr sind auf jeden Fall entscheidend.

Viel mehr ist es nicht – sicherlich liegt auch ein guter Teil des Gelingens am Charakter des Hundes. Und wichtig ist, dass alle Kollegen (bei größeren Firmen zumindest die auf der gleichen Etage) einverstanden sind. Ansonsten ist es für alle Beteiligten eine Qual. Aber grundsätzlich glaube ich, dass das kleine Bürohund-Einmaleins leichter ist, als es sich viele vorstellen. Daher: Hund statt Burnout!

 

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