Finn und seine Freunde: Wie Hunde zusammen spielen

Nicht umsonst hat sich das Wort „Kontakt-Hund“ etabliert – ich bin nie mit so vielen völlig Fremden ins Gespräch gekommen wie seit Beginn der Finn-Ära. Und nicht nur Menschen schließen Freundschaften, auch Hunde tun es. Erfreulicherweise mag Finn bislang analog zu unseren menschlichen Präferenzen auch die dazu gehörigen Hunde. Mir ist noch nicht ganz klar, ob er dabei uns beeinflusst oder wir ihn ;)

Finn und Australian Shepherd Hündin Blue
Finn und Australian Shepherd Hündin Blue

Wenn Hunde zusammen spielen, kann das für ungeübte Augen leicht wie das Gegenteil aussehen:  intensives Balgen, Beissen, Verfolgen, am Ohr-Geziehe, Lauern, Weglaufen… Je nach Spielpartner variieren die Schwerpunkte. Denn auch Hunde haben verschiedene Vorlieben und gehen auf unterschiedliche Art miteinander um.

Mit Blue, Australian Shepherd und unser Lieblingshund gleich nach Finn, den wir im vergangenen Jahr ein paar Wochen stellvertretend für das Frauchen hüten durften, vergnügt sich Finn vorzugsweise, indem gemeinsam Stöcke durch die Gegend getragen werden. Jeder darf an einem Ende anfassen, und dann geht das Gerangel los. Irgendwann geht die Stock-Phase fließend in wildes Gebalge über und mündet schließlich in ein rasantes Fang-Spiel. Bei Blues affenzahnartiger Geschwindigkeit kommt unter stolpernder Junghund aber noch nicht so nach…

Finn und Whippet-Rüde Ray
Finn und Langhaar-Whippet-Rüde Ray

Dabei hat er in Sachen Schnelligkeit einen hervorragenden Trainer: Ray, von Haus aus Langhaar-Whippet und gemäß seiner Windhund-Gene pfeilschnell, ist Finns heiß geliebter Mittagskumpel im Lohmühlenpark in St. Georg. Vor ein paar Wochen entdeckten die beiden sich auf der Hundewiese. Während die Hunde sich vergnügten, sind auch die dazugehörigen Frauchen ins Gespräch gekommen, und nun hat sich ein für alle Beteiligten sehr nettes Mittags-Ritual eingespielt. Wenn Ray wie von der Tarantel gestochen los sprintet, kommt niemand hinterher, schon gar nicht unser Fellmann.

Der hat das inzwischen auch begriffen und lauert seinem rasenden Kumpel stattdessen lieber auf oder verlegt sich gleich auf’s Balgen. Da Ray trotz seiner Zierlichkeit ein Alphatier ist und bei Rüden schnell klar stellt, wer die Hosen an hat, hoffen wir, dass die Freundschaft länger halten wird, als bis zu Finns Pubertät…

Finn und Golden Retriever Senior Cooper
Finn und Golden Retriever Senior Cooper

Das pure Gegenteil von Ray hinsichtlich Schnelligkeit ist Cooper, ein goldiger Retriever-Senior, der mit seinen gefühlten 100 Jahren eigentlich gar nicht mehr zum Spielen aufgelegt ist. sondern lieber gemütlich seiner Wege geht. Cooper und Finn beweisen, dass auch Hunde ihre Freundschaften sehr individuell und ganz nach eigenem Gusto knüpfen. Denn wenn Finn in Sichtweite ist, wird aus dem ruhigen alten Hunde-Herren eine Art Jopi Heesters (zu Lebzeiten) auf der Hundewiese. Schwanz wedelnder Weise begrüßen sich die beiden Generationen, und Finn begegnet seinem betagten Fan freundlich und mit Respekt. Während Finn samt Hundemeute von einer Ecke der Hundewiese zur nächsten rennt, wird Cooper nicht müde, seinem Kumpel gemütlich hinterher zu töffeln, und Finn unterbricht ihm zu Liebe auch hin und wieder das wilde Spiel mit den anderen für eine Runde behutsames „Senior-Balgen“. In diesen Momenten bin ich gerührt, denn ich teile Finns Sympathie für Cooper und bin stolz auf die soziale Ader von unserem Fellmann.

An der Elbe hat Finn letztes Wochenende eine ganz frische Freundschaft geknüpft, und zwar mit Labrador-Hündin Amy. Auch Amy wohnt in der Schanze, und so besteht die Chance, dass die beiden dauerhafte Kumpels werden. Das bedeutet, dass wohl das halbe Viertel umgegraben wird, denn mit Amy verbindet Finn vor allem die Liebe zum Buddeln.

Finn und Labrador-Hündin Amy
Finn und Labrador-Hündin Amy

Ich könnte die Reihe freundlicher Hunde-Begegnungen noch unendlich weiter führen – ich schließe jeden von Finns Spiel-Kameraden sofort ins Herz und bin sehr glücklich darüber, wie herzlich ihm (und mir) Mensch und Hund begegnen. Zwei dürfen zum guten Schluss aber keinesfalls unerwähnt bleiben: Fine und Hudson. Dank seiner Schwester und seinem Zieh-Onkel ist Finn vermutlich überhaupt so gut sozialisiert. Raufen und Balgen hat er an der Seite seiner quirligen Schwester auf jeden Fall zu genüge gelernt.

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