Mit Hund im Niendorfer Gehege

Hatte ich schon mal erwähnt, dass mich Parks als Mädchen, das in den Sauerländer Wäldern groß geworden ist, nur wenig beeindrucken können? Wiesen mit Bäumen. Das kann schon ganz nett sein – zum Beispiel der Jenisch Park – aber so richtig befriedigend ist das alles nicht.

Es geht nix über nen richtigen Wald, in dem man sich verirren kann, wo keine Straßen mehr zu hören sind, es nach Laub riecht und die Bäume kunterbunt bis in den Himmel wachsen. Gut – kann man in der zweitgrößten Stadt Deutschlands nun vielleicht nicht an jeder Ecke erwarten. Aber heute haben wir ein Fleckchen ausgemacht, das man schon fast Wald nennen könnte – und sogar noch mit der U-Bahn erreichbar ist: das Niendorfer Gehege. Und: Es gibt eine Hundewiese!

In meinen Augen befindet sich im Niendorfer Gehege die beste Hundefreilauffläche, die wir bislang besucht haben. Weitläufig, nur erzogene Hunde und -besitzer, vielseitig, jede Menge Sitzgelegenheiten, Baumstämme zum Klettern für Hunde – und sogar eine Trinkstelle, die scheinbar täglich von netten Menschen mit Kanistern ausgestattet wird. Der Hammer.

Rund um die Hundewiese gilt Leinenpflicht. Ist auch nötig, denn zwischenzeitlich kann einem mal ein Pony mit Kind begegnen. Die Wege führen schön krumm und schief wie ich’s mag über Stock und Stein durch einigermaßen dicht bewachsene Baumbestände mit Bächlein und natürlich enstandenen Teichen… Echt schön. 150 Hektar soll das Niendorfer Gehege insgesamt groß sein. Eine Anfahrtsbeschreibung und einen Plan gibt es hier. Bleibt für uns noch viel zu erkunden.

Finn hat hier auch einen neuen Freund gefunden: Kalle, seines Zeichens Labradoodle und ein echter Schatz. Und mit seinem knappen Jahr genau auf Augenhöhe mit unserem Fellmann. Wir hatten großen Spaß!

Um der Perfektion die Krone aufzusetzen gibt’s in der Nähe ein hundefreundliches Café. Zur Begrüßung werden Hunde mit einem Leckerli beglückt. Architektonisch ist noch n bissel Luft nach oben, aber was soll’s – dafür ist es drinnen gemütlich und die Crew ist herzlich und aufmerksam. Wir haben bei frischen 12 Grad auf der Terrasse gesessen und den Blick auf freie Wiesen genossen. Die Karte lässt keine Wünsche offen, Kuchen und Hausmannskost kann man gleichermaßen empfehlen.

Im Sommer wird’s sicher gerammelt voll sein, aber irgendwas is ja immer… Für uns war es heute jedenfalls ein perfekter Samstag Nachmittag in sehr netter Gesellschaft.

Unser Urteil zum Café: Bestnote!

Hunde-Service: ***** (5 von 5 Sternen)
Ein Wassernapf ist selbstverständlich, und das ist nicht alles: Zur Begrüßung gibt’s erstmal ein Leckerli. Und zwar professionell überreicht und nur für den braven Hund.

Hunde-Freundlichkeit des Teams: ***** (5 von 5 Sternen)
Mehr geht nicht!

Toleranz der Gäste: ***** (5 von 5 Sternen)
Gut, wir saßen an der frischen Luft und in Gesellschaft anderer Hundebesitzer. Aber auch die ohne Hund schienen sich von zwischenzeitlichem Gewinsel und Gebelle nicht die Laune verderben zu lassen – im Gegenteil.

Hunde-Tauglichkeit der Location: ***** (5 von 5 Sternen)
An die Terrasse grenzt eine Wiese, drumherum führen Spazierwege, drinnen ist’s rustikal eingerichtet – hier fühlen sich Hund und Mensch gleichermaßen willkommen und rundum wohl.

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