Schnupfen am besten Stück: Behandlung beim Vorhaut-Katarrh

So ein Hund ist ja nun nicht immer NUR niedlich und easy und quietschfidel. Ich sage mal ein Stichwort: Vorhaut-Katarrh – irks, alle Männer sind nun ohnmächtig umgefallen. Aber schauen wir der Realität ins Auge: An das fiese Wort und seine schnoddrigen Konsequenzen müssen sich Besitzer von Rüden wohl oder übel gewöhnen, wie wir gerade lernen. Denn die kleinen Schattenseiten des Erwachsen-Werdens sehen im Hundeleben aus wie folgt:

Klein-Finn kriegt nun langsam Lust auf Mädchen, gerät öfters in Wallung (ohne zum Zuge zu kommen), das beansprucht die Haut um sein Geschlechtsteil, er leckt sich oft und inbrünstig – und da der Gute nicht gerade keimfreie Astronautennahrung zu sich nimmt, kleben an der Zunge ca. eine Milliarde Bakterien. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf in Form von eitrigem Ausfluß.

Die ganze Sache ist zunächst nicht gefährlich und vor allem total normal. Nur leider etwas hartnäckig. Was ist also zu tun?

Die erste Maßnahme ist eine regelmäßig über mehrere Tage durchgeführte Spülung. Ich lese in Foren, dass es da natürliche Präparate gibt wie Kamille oder Calendula. Zu deren Wirkungsweise kann ich nichts sagen, bei Finn gab es gleich was „konkretes“ von der Tierärztin. Das Präparat wird täglich unter die Vorhaut gespült, verrieben und tut im besten Fall spätestens nach ein paar Tagen seine Wirkung. Bei Finn gab es zwei Hindernisse: Er lässt sich die Behandlung nur unter allergrößtem Protest gefallen, so dass wir seit drei Wochen fast täglich zur Tierärztin pilgern, damit sie sich statt unserer von Finn anmotzen lassen kann. Außerdem wirkte die Spülung nicht zu 100 Prozent, sondern linderte das Leiden nur, merzte es jedoch nicht ganz aus.

Antibiotica gegen den Vorhaut-Katarrh
Antibiotica gegen den Vorhaut-Katarrh

Die zweite Maßnahme sind nun also Antibiotica – leider. Zwei Mal täglich mischen wir rosa Pillen unters Futter (Nicilan 200/50mg), die Finn entweder überhaupt nicht zu bemerken oder gern zu fressen scheint – es bleibt jedenfalls nichts übrig. Die Behandlung musste nach 5 Tagen weiter fortgesetzt werden, wir sind aktuell also in der zweiten Runde. Heute, nach 8 Tagen Antibiotica und weiteren regelmäßigen Spülungen, ist die Entzündung endlich fast weg – hat ja auch lange genug gedauert…

Unsere Tierärztin betont immer wieder, dass so ein Vorhaut-Katarrh hartnäckig sein kann und ab dem 6. Monat leider bei vielen Hunden immer wieder auftritt. Man sollte ihn unbedingt behandeln – auch wenn es Zeit und Geld kostet – weil der Hund streng riecht (was von anderen Hunden noch viel stärker wahrgenommen wird als von uns und auch unter den Tieren zu Irritationen führen kann), aber vor allem, weil die Bakterien in die Harnröhre aufsteigen und dort zu weiteren Entzündungen führen können. Wenn der Katarrh sich nicht in die Flucht schlagen lässt, kann langfristig eine Kastration eine Lösung sein. In unserem Fall kommt das aber aktuell noch nicht in Frage, denn Finn ist ja noch Teenager (knappe 8 Monate) und wir hoffen, dass wir die „Baustelle“ erstmal anders in den Griff bekommen.

Erfahrungen anderer Hundebesitzer zu dem Thema gibt es zum Beispiel hier: http://www.dogforum.de/aus-penisoffnung-kommt-gelbes-zeug-t10377.html

 

+ + + Nachtrag: Die Behandlung hat bei ihm nicht lange Wirkung gezeigt. Zahlreiche Gespräche mit Besitzern anderer Rüden hatten größtenteils zum Ergebnis: Man bekommt das nicht wirklich weg. Und lässt den Hund halt damit leben. Ich muss aber sagen: Die kleinen Eitertröpfchen sind schon eine kleine Plage im häuslichen Umfeld. Seitdem Finn kastriert ist (zunächst chemisch, dann später „richtig“), ist das Problem in der Tat wie weg geblasen. Das war also letztlich bei uns die eigentlich wirksame Methode. + + +

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