Vom kleinen Finn zum großen Fellmann: Wir sind in der Pubertät

BüroDer Finn wird erwachsen. Glaubt er jedenfalls. Der Geschlechtsreife verpflichtet, pieselt er mit 14 Monaten inzwischen jeden Grashalm an (was alles in einen Hund rein passt…) und blökt – ganz der dicke Max – lautstark Richtung andere Straßenseite, wenn dort ein mindestens ebenso viriler Zeitgenosse entlang schreitet. Das Ergebnis: Stereo-Geblöke, denn wer ein echter Kerl ist, lässt sich von der anderen Straßenseite nicht kommentarlos anbellen.

Weiterer Meilenstein im vermeintlichen Erwachsensein: Man rammelt Jüngere. Tendenziell sogar eher die Männchen als die Weibchen. Kürzlich auf der Hundewiese: Finn rennt geschlagene 10 Minuten wie aufgezogen hinter einem 10 Monate alten Labrador-Rüden hinterher und setzt – sobald dieser mal eine Verschnaufpause einlegt – hinten auf. Irgendwann ziehe ich ihn schimpfend runter, das kann ja niemand mit ansehen… Da wird er doch tatsächlich gnatzig – ist wohl peinlich vor dem kleineren Artgenossen, wenn Frauchen eingreift – und knurrt launisch rum. Aber nix da, ich lass mich von einem Halbstarken nicht (mehr) beeindrucken. Wir verlassen also die Hundewiese und üben Gehorsam…

Trotz aller Männlichkeit habe ich ihn heute seit langer Zeit aber wieder mal auf 4 Beinen pieselnd „erwischt“. Gut, er war nicht ganz bei der Sache, wohl eigentlich schon fertig mit dem Markieren, aber dann durch Geräusche vom Wesentlichen abgelenkt – und schwupps, war die männliche Lässigkeit auf drei Beinen dahin. Hat Gott sei Dank niemand aus der Hunde-Gang gesehen…

Wo der große Fellmann auch noch kleiner Finn ist: wenn einer noch ne größere Klappe hat als er. Oder wenn wir den Staubsauger rausholen – angeschaltet oder nicht. In diesen Fällen verzieht er sich – so groß er ist – immer noch wie ein Winzling in den Schutz meiner Beine und sitzt mit schief gelegtem Kopf da. Niedlich ist das.

Dass wir aber mit großen Schritten auf die Hochschulreife (mindestens) zugehen, zeigt die Tatsache, dass der letzte Welpen-Schluckauf schon seit Monaten verhallt ist und wehende Blätter nicht mehr seine Aufmerksamkeit und hasengleiche Sprünge hervorrufen.

Pubertät ist, wenn in seiner Brust ein kleiner Finn und ein großer Fellmann wohnen und mal der eine mal der andere die Oberhand gewinnt. Ich liebe meinen kleinengroßen pubertären Hormon-Hund :-)

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