Mein bislang schlimmstes Erlebnis mit Hund in Hamburg: Feuerwerk beim Spaziergang

DSC_0187Dass Silvester für Hund und Hundebesitzer ein Tag in der Hölle ist, weiss man. Da wir in Höhrweite vom Heiligengeistfeld und dem dort regelmäßig stattfindenden „Hamburger Dom“ leben, dachte ich, Finn sei einigermaßen feuerwerkstauglich. Immerhin wird hier wöchentlich lautstark geballert, wenn Dom-Zeit ist (was 3 Monate lang im Jahr der Fall ist, also in Finns Leben ungefähr 12 Mal plus Alstervergnügen plus Kirschblütenfest plus die Intensiv-Rosskur Silvester 2012/2013 – es knallt also nicht selten in Hamburg).

Heute Abend musste ich die bittere Erfahrung machen: Finn ist ganz und gar nicht feuerwerkstauglich. Wir sitzen gerade beide etwas geschockt jeder auf seinem Platz und wissen nicht so recht, was diese Erfahrung mit uns macht. Ich blogge also als Übersprungshandlung. Er kaut lautstark auf seinem Entschuldigungs-alles-wieder-gut-Kauknochen rum (glücklicherweise wieder), den ich ihm gegeben habe, damit er sich mit etwas Schönem ablenken kann.

Scheinbar habe ich heute das allererste Mal nach 365 Tagen unseren Abendspaziergang ausgerechnet auf die 10 Minuten des Feuerwerks gelegt. Und als die ersten Böller in die Luft gingen, schaute Finn mich eine Sekunde fragend an, und als ich gerade aufmunterndes Futter aus der Tasche nehme – rennt er los. Einfach die Straße lang. Um die Ecke. In die nächste Straße. Zwar grob Richtung Zuhause, aber wenn er einmal falsch abbiegt, läuft er auf die viel befahrene Feldstraße. Ich also hinterher, wild „hierher“ schreiend. Was natürlich vermutlich die Panik erhöht hat – aber nach ruhig hinterher Gehen war mir gerade nicht. Aus irgendeiner Laune heraus bleibt er nach zwei Straßen stehen. Ich danke wem-auch-immer für diese Laune. Ich nehme ihn in den Arm und leine ihn sofort an, selbst wohl zitternd, was es auch wieder nicht besser macht. Alles totaler Mist, eigentlich müsste ich ruhig sein, kann es aber nicht…

Danach sind wir, der Hund wild ziehend voraus, ich zerknirscht hinterher, gleich nach Hause. Und ich frage mich jetzt, wie lange es dauern wird, bis dass Finn wieder leinenfrei durchs Karoviertel gehen mag, ohne Angst zu haben.

Was bin ich für eine dämliche Kuh. Da schreibe ich hier schlau von Hundeerziehung und denke nicht daran, dass ich freitags tunlichst nicht um 22 Uhr mit Hund vor die Tür gehen sollte. Wenn einer von uns beiden noch viel zu lernen hat, dann ich :-(

2 Gedanken zu “Mein bislang schlimmstes Erlebnis mit Hund in Hamburg: Feuerwerk beim Spaziergang

  1. Hi – ich habe auch mal in HH gewohnt und kenne die Ecke, in der ihr wohnt – Euer Erlebnis kann ich richtig mitempfinden und auch die Panik, die Du wohl gehabt haben musst :/ …uns ging es vor drei Jahren leider mal ähnlich. Obwohl ich meine Hunde an der Straße eigentlich immer anleine, haben wir es an einem Abend an einem verschneiten Weihnachtsfeiertag in einer sehr sehr ruhigen Gegend ohne Verkehr dann doch mal nicht gemacht. Und genau dieses Mal ging natürlich alles schief. Hund rennt in eine Einfahrt (hat wohl was gehört, was möglicherweise jagbar ist), kommt erst gar nicht zurück, um dann plötzlich aus der Einfahrt zu schießen als das einzige Auto weit und breit vorbeifuhr :( .. Gott sei Dank sind alle nur mit dem Schrecken davon gekommen, seither sind wir in solchen Dingen aber auch wesentlich vorsichtiger, da der „Nachhall“ auch bei uns noch ziemlich lang anhielt.

    Ich hoffe, ihr findet mit Finn auch noch eine gute Lösung :-) Viel Glück :-)

  2. Liebe Jasmina,
    danke für Deinen Kommentar und die guten Wünsche :-) Ja, vermutlich hat jeder mal so einen Moment im Hundeleben, wo einem das Herz stehen bleibt, weil der Hund abhaut oder im falschen Moment etwas oder jemandem hinterher springt… Finn hat glücklicherweise keine schlechten Erinnerungen an die Ecke, wo uns das Feuerwerk „überrascht“ hat. Er geht in der Straße ganz gemütlich weiter – also nochmal mit dem Schrecken davon gekommen. Und ich hab gelernt, dass wir freitags gegen 22 Uhr auf jeden Fall zu Hause bleiben… Alles Gute und bis bald mal wieder ;)

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