Wir sehen lustig aus oder: Hot Spot beim Hund

Finn mit aufblasbarem Halskragen für Hunde als Leckschutz
Finn mit aufblasbarem Halskragen für Hunde als Leckschutz
Das mit dem Krank-Sein hatten wir doch gerade erst. Als die Scherbe die Pfote angegriffen hat. Aber da gab’s wenigstens noch nen coolen Militär-Verband, der aus einem nen Kiez-Helden machte. Jetzt… tja. Man kommt sich ein ganz kleines bisschen blöd vor ;)

Und warum das alles? Weil die Unterfellwolle Ärger macht. Bei der Hitze nimmt Finn wann immer möglich ein Bad in der Elbe, im Planten un Bloomen Bach oder im Brunnen bei der Michelwiese. Bei der Menge Fell, die er mit sich herum schleppt, eine gute Maßnahme – dachten wir. Die Menge Fell trocknet aber leider nicht so ohne weiteres durch. Das Unterfell kann laut Tierärztin bis zu drei!! Tage brauchen, um vollständig trocken zu sein. Feuchtes Unterfell reizt die Haut, am besten noch in Verbindung mit Elbsand-Resten. Herrje, da denkt man, man tut dem Hund was Gutes…

Hund glaubt sich selbst zu helfen und macht es durch dauerndes Lecken schlimmer. Das Resultat: eine Entzündung am Allerwertesten. „Hot Spot“ sagt man zu solchen Ekzemen in der Hundefachsprache, haben wir gelernt. Und damit man ab sofort das Schlecken unterlässt und die Wunde heilen kann, gibt’s den aufblasbaren Halskragen. Der nervt den Hund weniger, als der übliche „Lampenschirm“, meint unsere Tierärztin. Und ich muss sagen: Sie scheint Recht zu haben. Finn vergisst den Halskragen völlig, baselt dadurch aber an jede zweite Wand. Selbst beim Schlafen legt er den Kopf wie auf einem Kissen ab und träumt offenbar selig und süß. Ein kleines bisschen blöd ist nur, dass der Yoga-Hund trotzdem mit der Schnute an den Allerwertesten kommt, wenn er sich ganz lang macht. Heisst, wir observieren ihn mit Argus-Augen und intervenieren sofort, wenn er seine Zunge auspackt.

Wichtig ist nämlich, dass der Hot Spot nun trocknet. Deshalb gab’s von der Tierärztin eine Intimrasur plus Wundpflege-Spray. Wenn der Hot Spot sauber und trocken ist, kommt im nächsten Schritt Bepanthen zum Einsatz. Das wird ein Spaß, weil Finn schon beim Spray unwirsch herum knurrt. Etwa eine Woche soll das Ganze dauern, dann müsste die Haut sich wieder erholt haben.

Unser Learning: Dichtes Fell, Hitze und Wasser sind im Sommer keine Freunde. Ein Grund, den Hund im Sommer doch zu scheren. Wir hatten dieses Jahr darauf verzichtet, weil das Scheren logischerweise für einen Zeitraum die natürlich Fellstruktur verändert. Ober- und Unterfell bilden normalerweise eine gut aufeinander abgestimmte isolierende Schicht gegen Hitze und Kälte. Durch das Scheren ist die isolierende Funktion des Oberfells aufgehoben. Wir wollten es also so belassen, wie die Natur es vorgegeben hat – zumal der Hund nicht aus Alaska, sondern aus Andalusien stammt. Aber der Hot Spot hat uns eines besseren belehrt und so bekommt Finn wohl im nächsten Sommer eine andere Frisur.

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