Finns Futterempfehlung #2: Barfen

Futter ist da!
Futter ist da!

Nach zwei Jahren Hund sind wir soweit im Profi-Modus, dass wir uns jetzt auch den komplexeren Herausforderungen stellen können – der Rohfleischfütterung oder anders ausgedrückt: dem BARFen (Biologisch artgerechte Rohfütterung).

Über Vorzüge, Gefahren und Irrtümer beim Barfen wird vielerorts geschrieben (hier oder hier), daher will ich das jetzt hier nicht im Detail ausrollen. Der für uns entscheidende Grund, Finn zu barfen, ist dieser:

Finns Immunsystem ist – vermutlich aufgrund seiner zu intensiven Annäherung mit einer spanischen Mülltonne in jungen Welpentagen und damit zumindest kurzzeitig verbundenen Mangelerscheinungen – nicht jedem Wurm gewachsen. Wurmkuren sind Finns beste Freunde und die Haufen immer mal wieder zwischendurch nicht so knackig, wie man sie sich im Optimalfall wünscht. Dazu kam diesen Sommer der Hot Spot – und die damit verbundene Empfehlung unserer Tierärztin: Hunde mit einem anfälligen Immunsystem kann man durch Barfen wieder topfit bekommen.

Daher die Entscheidung: Wir machen das. Angesichts der endlosen Literatur zum Thema stellte sich aber gleich die Frage: Und wie machen wir das??

Nach unseren ersten 48 Stunden als Barfer hier ein paar Anregungen für Einsteiger wie uns: How to BARF!

Was wird an Equipment benötigt?
– Gefrierschrank bzw. großes Gefrierfach
– Pürierstab
– Tupperware
– Küchenwaage

Unsere erste Bestellung für zwei Wochen bei Tackenberg
Unsere erste Bestellung für zwei Wochen bei Tackenberg

Wo bekommt man das Fleisch her?
Der regelmäßige Gang zum Fleischer des Vertrauens ist auf Dauer sicher die beste Lösung. Noch sind wir aber im Zusammenstellen des Fleischs keine Profis und daher froh, wenn wir auf fachmännisch kombinierte „Fleisch-Mixe“ zurück greifen können. Wichtig ist beim Barfen nämlich u.a. auch das Variieren verschiedener Sorten und Innereien. Wir bestellen daher bei Tackenberg. Man liest überall im Netz von der guten Qualität dieses Herstellers, außerdem ist der Service, die Beratung und der Online-Shop wirklich kundenfreundlich. Zwar lässt man hier im Vergleich zu anderen Online-Shops (zum Beispiel Bega-Fleisch) angeblich mehr Geld, aber das ist es mir zumindest jetzt beim Einstieg wert. Irgendwann mischen wir dann vielleicht auch mal selbst und brauchen nur noch eine Straße weiter zum Metzger zu gehen.

Soll man von Trockenfutter auf BARF radikal umstellen oder schleichend?
Niemals in einer Mahlzeit mischen! Die Verdauung von Trockenfutter braucht wesentlich länger als die des rohen Fleischs. Wenn man beides mischt, kommt es – so heißt es – zu Verdauungsproblemen. Einige raten dazu, den Hund vor dem Barfen einen Tag gar nicht zu füttern, damit der Magen „clean“ ist. Wir haben am Vorabend das letzte Trockenfutter verfüttert und gleich am nächsten Morgen auf Barfen umgestellt. Es gibt auch die softe Variante: Eine Mahlzeit BARFen, die nächste Trockenfutter und so weiter abwechselnd über ein paar Tage. Mir schien das irgendwie noch aufreibender für den Magen. Ist aber reines Bauchgefühl und keine Wissenschaft.
Unser Status Quo nach 48 Stunden barfen:
Kein Erbrechen, keine Verhaltensauffälligkeiten, aber Durchfall. Der wird überall angekündigt. Der Verdauungstrakt muss sich zunächst auf die ungewohnte Nahrung umstellen. Die aktuellen Haufen sind komplett breiig, aber wesentlich kleiner als sonst. Mal sehen, wie es voran geht…

Aus welchen Bestandteilen besteht eine Mahlzeit?
– Frischfleisch-(Knochen-)Mix (70-80%)
– Gemüse/Obst (püriert oder gegart) + Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis, Nudeln…) (20-30%)
– Rapsöl (Vitamin E) und Leinöl (Omega3, Omega6)
– Nahrungsergänzung mit Calciumcitrat, Hefe, Seealgen (Tackenberg Gesundplus)
– 2-3 Mal pro Woche ein gekochtes Ei
– gelegentlich Hüttenkäse o.ä.

Was es sonst noch zu bedenken gibt:
– Man hört oft, dass der Verdauungstrakt alle 10-14 Tage einen Tag komplett ruhen soll – heisst: 24 Stunden kein Futter. Mal sehen, ob wir dem Hundeblick standhalten können ;)
– Auf mehrere Wochen verteilt sollten im Idealfall verschiedene Fleischsorten verfüttert werden. Unsere Basis wird wohl ein Rindermix sein, darüber hinaus habe ich als Abwechslung Lamm, Huhn und Fisch ausgesucht. Dazu mal Karotten, mal Zucchini oder Gurke, mal Äpfel oder Birnen jeweils mit Kartoffeln oder Reis. Wir werden sehen, ob Finn alles verträgt und mag.
– Pansen eignet sich als Grundlage besonders gut. Stinkt wie Kuh-Pups, aber das hält sich in Grenzen und verzieht sich ganz schnell, sobald der Napf leer ist.

Die Begeisterung auf Hundeseite ist auf jeden Fall unübersehbar. Sobald ich aus dem Keller das eingeschweißte, gefrorene Päckchen hoch hole, werde ich ununterbrochen von zwei aufmerksamen Hundeaugen verfolgt. Ihm schmeckt’s, und jetzt hoffen wir nur noch, dass er es auch langfristig verträgt und das Immunsystem gestärkt wird. Fortsetzung folgt!

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