6 Monate Barfen: Erstes Blutbild und Zwischenbilanz

Blutbild nach sechs Monaten Barfen: Alles im grünen Bereich – lediglich zuviel Chlorid. Wir sind ratlos, wo die Salzquelle sein könnte, denn vom Tisch gibt es bei uns nichts für den Hund. Aktuell besteht noch keine Gefahr, aber auf Dauer kann zu viel Chlorid zu einer Schädigung der Nieren führen, erklärte uns unsere Tierärztin. Heisst also, beim nächsten Termin lassen wir von ihr eine Wochenration Finn-Futter analysieren und hoffen darauf, dass das Rätsel gelöst wird…

Sonstige Barf-Erkenntnisse des letzten halben Jahres:

1. Finns Verdauung funktioniert sehr viel verlässlicher als in der Zeit vor dem Barfen. Während wir früher in konstanter Regelmäßigkeit von Durchfall heimgesucht wurden, beschränkte der sich im vergangenen halben Jahr auf ein einziges Mal, verursacht durch Sylvester-Stress.

Hunger2. Finn frisst mit großem Appetit und kann gar nicht genug bekommen – im Gegensatz dazu stand er früher zuletzt immer recht verhalten vor dem Napf mit Trockenfutter. Nun wetzt er wie ein Verrückter in die Küche, wenn es seiner Ansicht nach Zeit ist für das Zauberwort: Frrrrrressen. Oder er guckt einen mit genau diesem Hypnotisier-Blick an, bis man wie ferngesteuert aufsteht und ihm Berge von Fleisch auftischt – nicht ;)

3. Das glückliche Schmatzen des Hundes entlohnt für jede durch Blättermagen & Co hervorgerufene Stinkerei. Alles halb so wild…

4. Die Fütterung von Knochen und dadurch entstehender „Knochenkot“ ist uns noch suspekt. Teilweise finden so spitze Knochensplitter ihren Weg durch Finn hindurch zurück ans Tageslicht, dass ich mich frage, wie der Hundedarm das lebend überstanden haben kann… aber andere Barfer meines Vertrauens haben mir bestätigt, dass dieser wohl damit umgehen kann. Ich hoffe es…

5. Ich bin bei Menschen kein Fan von Nahrungsergänzungsmitteln und hatte auch beim Barfen meine Zweifel, ob die Ergänzung in Pulver-Form sein muss… Klare Ansage unserer Tierärztin: unbedingt! Langfristig gäbe es sonst über die nächsten Jahre hinweg irgendwann Mangelerscheinungen. Wenn sie das sagt, glaub ich ihr das, denn sie verdient nichts an unserem Futter und ist auch sonst eher von der pragmatischen Sorte. Also gibt’s künftig „Barf complex“ zusätzlich zu Fleisch und Gemüse dazu.

6. Das Trinkverhalten hat sich extrem verändert. Während er früher bis zu zwei Schalen pro Wasser „versoffen“ hat, gibt es nun Tage, an denen er zu Hause gar nicht zusätzlich trinkt (das sind Winter-Erfahrungen – das wird sich im Sommer sicherlich ändern). Durch Gurke & Co. ist aber auch immer ausreichend Flüssigkeit im Futter.

7. Was hinten raus kommt, hat sich im Vergleich zu vorher auf ein Drittel (maximal) reduziert. Schön zu sehen, wieviel nun verwertet wird.

8. Mit unserem Futterlieferanten Tackenberg sind wir sehr zufrieden. Die Auswahl ist super (wir haben inzwischen noch mehr Variation reingebracht), die Lieferung absolut verlässlich und der Kundenservice prima. Mit rund 100,00 Euro pro 4 Wochen (für 34 kg Hund) liegen wir wohl eher im oberen Bereich. Aber ich gehe trotzdem erstmal noch auf Nummer sicher, bevor ich Liefer-Experimente mache.

9. Bei Rückfragen und Beratungsbedarf unter Gleichgesinnten hat sich diese Facebook-Gruppe nach meiner Erfahrung als recht nützlich erwiesen: https://www.facebook.com/groups/172830419475417/ Einen Besuch beim Tierarzt ersetzt so etwas natürlich nicht, aber für erste Anregungen oder Hinweise in Ernährungsfragen fand ich den Austausch bislang ganz hilfreich. Auch wenn es wie bei allem so auch hier immer mehr als zwei Meinungen gibt ;)

10. Fazit: Wir sind sehr zufrieden und werden weiter barfen! Ich glaube, wir haben auch gar keine andere Wahl, sonst würde hier wohl der Hungerstreik drohen… Nur die Frage nach dem Chlorid müssen wir noch klären. Hinweise sind sehr willkommen!

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