Einmal Rüde und wieder zurück #2: Wirkung vom Hormon-Chip

Foto 1Im April letzten Jahres haben wir Finn und der Frauenwelt einen Strich durch die Rechnung gemacht – wir haben uns nach reiflicher Überlegung des Für und Wider für eine chemische Kastration mit Hilfe eines Hormon-Chips entschieden. Zunächst für die 6-Monats-Variante. Im Dezember haben wir aufgefrischt und den Chip für ein Jahr erneuert.

Dass wir in die Verlängerung gegangen sind, muss ja bedeuten, dass wir von der Wirkung des Hormon-Chips überzeugt sind. Sind wir auch: Sein Interesse an Hundedamen ist auf ein Minimum reduziert. Vor der chemischen Kastration – Finn war damals 2,5 Jahre alt – brachten ihn die Mädchen, auch nicht-läufige, doch recht deutlich in Wallung. Davon ist inzwischen nur noch ganz selten bis gar nicht etwas zu spüren. Die zentrale Wirkung des Chips können wir also zu 100% bestätigen.

Häufig ist von einem Nebeneffekt die Rede, an dem uns auch sehr viel gelegen war: Aufgeregtes Verhalten anderen Rüden gegenüber soll sich – auch an der Leine – deutlich herunterfahren. Diese Wirkung lässt sich bei Finn nicht eindeutig belegen. Im Freilauf hatte er nie ein wirkliches Problem mit anderen Rüden. Es mag sein, dass er sich heute tendenziell noch weniger provozieren lässt oder selbst Streit sucht. Aber ob das nun an dem Chip liegt oder daran, dass Finn mit 3,5 Jahren nun auch aus den Jugendjahren und den dafür typischen Dominanz-Rangeleien raus ist – ich könnte es nicht sagen.

Seine Pöbelei an der Leine anderen Rüden gegenüber hat sich jedoch durch den Hormon-Chip leider gar nicht verändert. Klar – man kann und soll Erziehung nicht durch einen medizinischen Eingriff ersetzen. Wir arbeiten ja sowieso weiter daran, dass sich die Leinenaggression in Grenzen hält. Aber wir hätten nichts dagegen gehabt, hätte der Chip helfend dazu beigetragen ;) Soll bei anderen Hunden durchaus der Fall sein, berichtet unsere Tierärztin. Wir können das jedenfalls nicht bestätigen.

Andere negative Nebenwirkungen langfristiger Art sind bei uns – Gott sei Dank – auch nicht aufgetreten. Finn ist nicht übertrieben ängstlich geworden, auch nicht lakonisch oder antriebslos. Was wir aber bestätigen können: Es gibt eine Phase von etwa 4-6 Wochen, in denen die Hormone Karneval feiern. Finn hat sich in dieser Phase auf der Hundewiese auch echt mal daneben verhalten und nen kleinen Agro-Anfall anderen Hunden gegenüber bekommen. So sehr er an der Leine rüpelt, so wenig kenne ich das von ihm leinenlos. Wenn die chemische Kastration ansteht, muss man sich also im Zweifel auf ein klein bisschen Bambule gefasst machen. Aber bei Finn waren es nur ein paar dunkle Momente, die auch schnell wieder vorbei gegangen sind ;)

Man kann unterm Strich sagen, dass uns diese Methode der Kastration zum Testen der „Kastriertheit“ beim Hund durchaus ratsam erscheint. Wenn die Wirkung Ende des Jahres 2016 nachlässt, werden wir wohl den Weg der „richtigen“ Kastration gehen. Sorry, Finn ;)

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